Am 18. August 2008 um 19:18 überschritt unsere geliebte Maus die Regenbogenbrücke. Sie wurde 15 Jahre, 7 Monate und 4 Tage alt. Sie ist schmerzlos hinübergeglitten und hinterließ eine große Lücke.

Wir werden dich vermissen. Du hast uns soviel gegeben ohne das du dafür jemals etwas gefordert hätte (außer ein paar Schmuseeinheiten und natürlich dein geliebtes Fressen). Eines Tages sehen werden wir uns wieder sehen. Auf der anderen Seite des Regenbogens.

Regenbogenbrücke

Audrey von der Hummelwiese
genannt Dusty
geboren am 14.01.1993
gestorben am 18.08.2008 um 19:18

 

in memoriam

02.10.1979 - 13.01.1998

Zehn Jahre sind eine lange Zeit. Ein Jahrzehnt, wie das klingt … 3652 Tage. 87648 Stunden. 5258880 Minuten. 315532800 Sekunden.
Das ist wirklich viel Zeit. Und du hast keine einzige Sekunde davon erlebt. Es ist zum Heulen oder? Aber ich werde mich bemühen heute keine Träne zu vergießen, denn wie oft habe ich diese schon um dich vergossen.
Am Anfang war es am schlimmsten, es gab soviel was mich an dich erinnerte. Ein Lied im Radio, eine Sendung im Fernsehen, ein Buch im Regal und sogar nur ein Satz. So viele Erinnerungen und damals so qualvoll, da mich alles darauf hin gewiesen hat: Du bist nicht mehr da. Nie mehr.
Nie mehr lachen. Nie mehr weinen. Nie mehr ein Wort von dir. Kein Blick, keine Geste. Dich nie mehr sehen. Das ist ein hartes Wort, dieses „nie“.

Sag niemals nie. Heißt es nicht so? Aber seit wann können Tote wieder zurückkommen. Es gibt einen Weg, der niemals zurückführt und diesen bist du gegangen. Nicht freiwillig, aber das ändert nichts daran, das nichts mehr dich zurück bringt.
Dieser Tag war der schlimmste in all den Jahren. Soviel leid, so viele Tränen und soviel Schmerz. Vergessen werde ich ihn niemals, den 13.01.1998.

Nichts böses ahnend sieht man fern und dann … dann bricht eine Welt zusammen, mit einem Mal. Weil man jemanden erkennt, den man dort niemals sehen wollte. Oh wie habe ich ihn damals gehasst, den Tag und den Kerl. Wir haben ihn nie gemocht. Ob du das wusstest? Ich weiß es nicht. Aber manche Gefühle täuschen einen nicht.
Heute hasse ich ihn nicht mehr, der Hass hat die Zeit nicht überdauert. Aber ich verachte ihn zutiefst. Verzeihen kann ich ihm das niemals, nicht in tausend Jahren.
Aber damit hat er ja nichts mehr zu tun. Er hat sich jeglicher Gerechtigkeit entzogen. Aber gibt es in diesem Falle so etwas wie Gerechtigkeit? Wie kann man Mord mit Recht vergelten? Das größte Unrecht überhaupt.

Es tut immer noch weh, das leugne ich nicht. Manchmal kommen sie noch die Tränen, nach all den Jahren. Doch nicht mehr so oft. Ich denke auch nicht mehr so oft an dich, manchmal eine ganze Zeit gar nicht und dann, ganz plötzlich, bist du wieder da. Nicht immer ist es ein heiterer Gedanke. Aber das gehört dazu.
Vergessen, dass werde ich dich niemals. Auch wenn deine Stimme nur noch ein Hauch ist und dein Bild in meiner Erinnerung verblasst. Undeutlich, schemenhaft. Aber so ist es nun einmal mit der Zeit.

Die Zeit heilt alle Wunden. – Wer hat so einen Unsinn jemals behauptet? Die Zeit heilt gar nichts. Und selbst wenn, lässt sie eine hässliche Narbe auf unserer Seele zurück, die uns immer wieder an das erinnert, was wir verloren haben. Manchmal nicht mal das, dann bleibt es eine halbverheilte, schwärende Wunde, die von Zeit zu Zeit wieder aufbricht und neues altes Leid über uns ergießt.
So ist das mit der Zeit. Sie hilft uns nur, dass es erträglich wird. Dass wir uns nicht in der Trauer verlieren, dass wir lernen damit umzugehen, aber heilen … nein, heilen tut sie nichts. Niemals.

Ich vermisse dich. Ich vermisse dich immer noch. Nach all diesen Jahren. Und ich werde dich ewig vermissen. Soviel blieb ungesagt. Viel zu viel. Doch zumindest kann ich nicht behaupten, etwas zu bereuen, was ich zu dir gesagt habe.
Irgendwann werde ich es schaffen an deinem Grab zu stehen … aber in gewisser Weise habe ich Angst davor. Ich weiß nicht, was dann ist. Das ungewisse, was an einem nagt. Seit 10 Jahren. Ist das ironisch? Oder nur menschlich? Ich weiß es nicht. Aber es ist wohl auch nicht wichtig.

Heute Abend werde ich eine Kerze für dich anzünden. Vielleicht wirst du sie sehen. Nicht als Kerze … aber als heller Stern am Nachthimmel. Wo immer du auch gerade bist. Du musst nur den Blick heben. Den Himmel betrachten. Dort oben wird ein Stern leuchten, nur für dich, der dir nichts anderes sagen wird als: Jemand denkt an dich.

Irgendwann sehen wir uns wieder. Ganze sicher.
Wir sehen uns in Nangiala …

13.01.2008

Kerze